Ich begleite nun schon über viele Jahre hinweg Organisationen und bin zur Überzeugung gelangt, dass es einen einzigen Grund gibt, warum es für viele Führungskräfte und Menschen so hart ist Veränderungen zu realisieren. Ganz einfach: Menschen mögen keine Veränderung. Zu einfach?

#1: Da ist viel Angst.

Ein Schiff im Hafen ist sicher, aber dafür wurden Schiffe nicht gebaut! (John A. Shedd)

Alleine schon, wenn wir von Veränderungen nur reden, entsteht viel diffuse Unsicherheit. Ein Kunde hat mir erzählt, er will schlicht und ergreifend nicht an seiner mittelmässig funktionierenden Organisation arbeiten, weil: "Wer weiß, womöglich handle ich mir etwas noch Schlechteres ein. Da bleibe ich lieber beim Altbewährten und halte die aktuellen Unzulänglichkeiten aus. Ja, vielleicht ein bisschen verändern. Aber immer auf ganz sicherem Terrain bleiben". Ok. Verstanden.

Fazit: Angst blockiert Veränderung.

#2: Mit Veränderung kommt immer auch Verlust.

Wir wollen Liebgewonnenes, Altbewährtes, Sicheres behalten. Gut so. Aber werden Sie bitte nicht zum Verwalter Ihrer vergangenen Erfolge, Sie könnten leicht als Messi enden. Wir wissen, dass wir Platz schaffen müssen für Neues. Malik nannte das Entrümpeln einmal "die wohl wichtigste Managementaufgabe".

Fazit: Neues braucht Platz!

#3: Neuvermessung des Tuns und Handelns

Dann kommt noch die Verklärung dazu, dass früher alles besser war. Einiges war besser. Das meiste war schlicht einfach anders. Die Erfolgskriterien der Vergangenheit sind nicht immer die Erfolgskriterien von heute. Mein Tun wird neu vermessen und bewertet. Galt früher noch die profunde und solide Aufarbeitung eines Problems als das Non-Plus-Ultra einer ordentlichen Arbeitseinstellung, ist es heute oft wichtiger "Speed" zu leben und sich dafür mit 70% Lösungen zufrieden zu geben (Google Erfolgskriterium bei Projekten).

Fazit: Neues Tun mit alten Kriterien bewerten, ist wie einem Handy die fehlende Telefonschnur anzukreiden.

#4: Durch die Hintertür: Stagnation bis zum Big Bang.

Stagnation ist wie schleichendes Gift. Sie spüren erst gar nichts. Irgendwann kommen erste Symptome, die Sie beginnen zu hassen. Und mit ihnen leben, anstatt zu verändern. Je länger Sie jetzt warten, umso härter und intensiver wird die Veränderung. Die Gefahr eines Big Bang wächst mit dem Quadrat der zeitlichen Verschleppung. Das gilt für Unternehmen im gleichen Maße wie für Menschen. Praktisches Beispiel? Nokia und Blackberry. Tastentelefone wurden zu Tode optimiert als schon längst klar war, dass das iPhone Konzept die Welt verändern wird. Ergebnis ist bekannt.

Fazit: Ich fürchte mich mehr vor der Nichtveränderung.