Führung als Knochenjob – das bekomme ich als Beraterin immer wieder von meinen Kunden vermittelt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu führen ist nicht leicht – vor allem, wenn es darum geht, sich selbst den Spiegel vorzuhalten, sich so manche Wahrheit über sich selber einzugestehen und die eine oder andere Eigenart zu ändern.

In einer Studie zum Thema „Arbeitsqualität und wirtschaftlicher Erfolg“ nannten 76 Prozent der Befragten den Vorgesetzten als Kündigungsgrund. Führt man sich diese Zahlen vor Augen so wird deutlich, dass Handlungsbedarf besteht.

Führung bedeutet in erster Linie, sich selbst zu führen!

Will ich andere gut führen, muss ich erst bei mir selbst ansetzen – und das ist nichts für Weicheier. Alleine das Vorhandensein des Wissens, dass Selbstführung wichtig ist, bedeutet noch lange nicht, dass dies in der Praxis auch gelebt wird.

Führungskräfte, die sich selbst gut führen können, finden einen besseren Zugang zur Motivation ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sind ein gutes Vorbild und strahlen mehr Authentizität aus. Denn am stärksten beeinflussen können wir nicht unser Umfeld, sondern uns selbst.

Chefs haben dringenden Handlungsbedarf

Eine Umfrage eines Personaltrainingsunternehmens ergab, dass 49 Prozent der Arbeitnehmerinnen und -nehmer der Meinung sind, dass der Führungsstil des/der Chefs/Chefin die „Leistungsfähigkeit“ der Mitarbeitenden „entscheidend“ oder „erheblich“ beeinflusst. 87 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr/e ChefIn an sich selbst arbeiten müsse, um den menschlichen Anforderungen an eine Führungskraft besser gerecht zu werden.

Persönliche Entwicklung als Teil des Jobs verstehen

Selbstreflexion bedeutet, das eigene Verhalten, die eigenen Gedanken und Gefühle zu beobachten und kritisch zu hinterfragen. Als ChefIn sollte ich mir daher regelmäßig Zeit nehmen und darüber nachdenken, wie ich in gewissen Situationen reagiere und welche Reaktionen dies bei meinen MitarbeiterInnen auslöst. Einerseits haben wir blinde Flecken, die wir selber nicht kennen nur durch Rückmeldung von unseren Mitmenschen und MitarbeiterInnen kennenlernen können, andererseits sind es oft Stress und psychische Belastungen aus Berufs- und Privatleben, die Menschen belasten und „unrund“ laufen lassen.

Zauberfrage: „Was kann ich tun?“

Hinterfragen Sie immer wieder, warum Sie in dieser oder jener Situation vielleicht unangemessen reagiert haben. Sich die eigenen Unzulänglichkeiten einzugestehen, den eigenen Themen ins Auge zu sehen und an seiner Persönlichkeitsentwicklung zu arbeiten ist oft nicht angenehm und braucht so manche Portion Mut - eben nichts für Weicheier. Es lohnt sich aber in jedem Fall. Aber nur, wenn Sie der Analyse auch Taten folgen lassen.

Ausdauer ist gefragt.

Über längere Zeit ausgeübte Selbstreflexion schult die eigene Selbstwahrnehmung und öffnet ganz neue Potentiale, die für den eigenen Führungsstil, die beruflichen Tätigkeiten und die persönliche Lebensgestaltung genützt werden können. Dabei von einem Führungskräfte-Coach begleitet zu werden, kann den Schatz der eigenen Persönlichkeit heben und sowohl für das Geschäftsleben als auch den Führungsalltag wertvolle Impulse setzen, die sich mittel- und langfristig auch auf den Unternehmenserfolg auswirken.

Mag. Angelika Radl-Walser,

Expertin für Businessentwicklung,
2015 Auszeichnung mit Constantinus Award, Platzierung unter den Top 5 beim Constantinus International Award.

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