Wissenschaftler und Unternehmer haben den Jazz als Vorbild für die Wirtschaft entdeckt und fordern: Eine Firma sollte am Rande des Chaos agieren - wie eine gut eingespielte Band.

Der Bandleader nennt ein altbekanntes Stück, sagt die Tonart an, gibt das Tempo vor und los geht's: Die Melodie-Instrumente spielen das Thema, während Piano, Bass und Schlagzeug für den Rhythmus sorgen. Dann improvisieren einzelne Bandmitglieder: Sie spielen, was ihnen einfällt - solange es nur in die Harmoniefolgen des Stückes passt. Im vorgegebenen Rahmen erfinden die Musiker neue Melodien, Kollegen greifen Ideen ihrer Vorgänger auf, die Rhythmusgruppe fällt in einen groovenden Swing.

Ein noch nie gehörtes Stück entsteht. "Jazz ist ein wunderbares Modell für Management, weil eine Jazzgruppe mit einem Minimum an Regeln ein Höchstmaß an Kreativität erreicht."

Gute Jazz-Musiker und gute Führungskräfte haben viel gemeinsam.

 

Worum geht es jetzt konkret?
Das TRICON Jazz4Business-Modell für innovationsorientierte Unternehmensführung

 

1. Jazz ist Improvisation.

Haben Sie schon einmal ein Notenblatt eines Jazzmusikers gesehen?

Klare Struktur. Sauber aufgeteilt. Jeder weiss, was er zu tun hat. Und jetzt schauen Sie auf die markierten Takte „Solo“: Hier sind Freiräume, Freiräume. Solange der Musiker sich an die Struktur und die Regeln hält, darf er tun und lassen, was er will. Und er soll es sogar! So entsteht Einzigartiges, Neues.

  • Welche Regeln gelten in Ihrem Haus?
  • Welche Freiräume hat Ihr Mitarbeiter?
  • Und fördert dies alles Dienst nach Vorschrift oder Kreativität und Innovation?

2. Jazz ist Effizienz:

Es kommt darauf an, die Noten zu spielen, auf die es ankommt und nicht mehr!

Jazzbands sind in der Regel kleinere Einheiten, die das einzelne Instrument gut hörbar machen. Klar und sehr transparent. Aber es fordert auch deutlich mehr. Ich kann mich nicht mehr in einer grossen Masse verstecken. Die Verantwortung für das Ergebnis ist grösser.

Schlank. Konsequent. Fordernd.

  • Wie mutig organisieren Sie Ihre Meetings?
  • Welche Noten spielen Sie?
  • Wie gut hören Sie Ihre Mitarbeiter?

3. Jazz ist Kollaboration.

Jazz hat immer etwas Unberechenbares. Und doch ist er immer an Grundstrukturen gebunden. Jeder hat sich an Regeln zu halten. Damit alles funktioniert und harmonisch wirkt braucht es mehr: Zuhören. Gut Zuhören. Mitleben und Miterleben.

Erst mit dieser Empathie entsteht das (Lebens-)Gefühl „aus vielen Eins“ zu machen. Nur mit klaren Rahmenbedingungen, gegenseitiger Rücksichtnahme, Information und hohem Vertrauen und hoher individueller Kompetenz lässt sich beherrschbare Improvisation im Betrieb realisieren.

Jazz ist veränderungsgetrieben. Der tiefere Hintergrund ist aber, diese Veränderung in einem gemeinsamen Flow zu erleben.
Niemand wird so langweilig.

  • Wie gut funktioniert die Kommunikation unter ihren Mitarbeitern?
  • Wie läuft es in der Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen?
  • Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitern?

4. Jazz ist Leadership.

Das Jazz Modell ist eine Kombination von Struktur und Flexibilität, von Kontrolle und Autonomie. Gute Führungskräfte, ebenso wie Bandleader geben eine klare Struktur vor und machen sich dann rar. Ein guter Leader sorgt für hohes Vertrauen, respektvollen Umgang. Jeder Mitarbeiter weiss um die besonderen Fähigkeiten des anderen.

Und wenn es dann darauf ankommt, zeigt sich dann wie gut aufeinander eingegangen wird und etwas neues, kraftvolles entstehen kann. Und das wichtigste: Sie machen es miteinander.

Die Jazz Strategie fördert mehr Innovation und Kreativität. Liebe Führungskraft: sorge für minimale Strukturen und maximale Kollaboration und dann steh nicht im Weg.

Vielleicht entsteht dann so etwas ganz cooles wie Jazz.

  • Führen Sie oder managen Sie noch?
  • Wo spüren Sie den gemeinsamen Spirit?
  • Wie klar ist Ihre Vision, Strategie?

Du kannst nicht über nichts improvisieren. Du brauchst etwas, worüber du improvisieren kannst.
Charles Mingus, Bassist, Komponist